
Badvisualisierung: vom öffentlichen WC bis zum privaten Bad
Ein Bad verkauft sich über das Gefühl, nicht über den Grundriss. Wie hell wirkt der Raum, wie fühlt sich die Oberfläche an, wo fällt das Licht hin? Genau das lässt sich vor dem Bau nur im Rendering zeigen.
Badvisualisierung heißt bei uns beides: das private Bad in einer Neubauwohnung, das im Exposé mitverkauft, und die öffentliche Sanitäranlage, deren Planung Bauherren und Gremien verständlich gemacht werden muss. Der Aufwand unterscheidet sich, die Arbeitsweise nicht.
Warum Bäder schwieriger sind als Wohnräume
In einem Wohnzimmer steht die Kamera im Raum und schaut in die Weite. Im Bad geht das nicht. Sanitärräume sind eng, alles steht dicht an der Kamera, und genau deshalb verzeiht ein Bad keine Ungenauigkeit.
Flächen, die im Wohnraum als weiche Textur durchgehen, werden hier zur Nahaufnahme. Fugenbild, Materialstruktur, Armaturen: Was unsauber modelliert oder zu grob texturiert ist, fällt sofort auf.
Dazu kommt das Licht. Bäder haben oft nur kleine Fenster oder gar keine. Die Beleuchtung muss also weitgehend künstlich aufgebaut werden und trotzdem natürlich wirken.

Materialien: wo es wirklich anspruchsvoll wird
Standardmaterialien wie Fliesen, Putz oder Chrom sind Routine. Anspruchsvoll wird es bei allem, was Glanz und Farbe gleichzeitig trägt.
Gold ist dabei der Klassiker: Schnell wirkt es einfach nur gelb oder orange. Bei einem Projekt für schley architekten sollte eine großflächige Effektbeschichtung in Gold die Wände prägen. Der richtige Eindruck entstand erst über mehrere Materialtests direkt in der Szene. Die leichten Unebenheiten des rauen Putzes haben wir zusätzlich über eine hochaufgelöste Bumpmap nachgebildet, damit die Fläche nicht flach wirkt.
Ähnlich verhält es sich mit gebürstetem Metall, satiniertem Glas oder dunklen Natursteinen. Diese Materialien entscheiden über den Gesamteindruck und brauchen deshalb die meiste Aufmerksamkeit.

Sanitärausstattung: Herstellerdaten sparen Zeit
Ein großer Teil der Arbeit steckt in der Ausstattung. Waschtische, Armaturen, Trennwände, Halterungen: Jedes Element muss im Modell vorhanden sein.
Stellt der Hersteller CAD-Daten bereit, verkürzt das die Modellierung erheblich. Dann prüfen wir nur noch Qualität und Detailgrad und arbeiten bei Bedarf nach. Gibt es nur zweidimensionale Pläne, konstruieren wir die Objekte komplett neu.
Für Sie heißt das praktisch: Je genauer feststeht, welche Produkte verbaut werden, desto schneller und günstiger wird die Visualisierung. Eine Ausstattungsliste mit Herstellern und Artikelnummern ist Gold wert.
Vom Plan zur Perspektive
Grundlage ist Ihre Planung, in welcher Form auch immer sie vorliegt. Bei der Sanitäranlage im Staatsbad Bad Oeynhausen waren es teilweise echte Handzeichnungen, die wir in nutzbare Geometrie übertragen haben.
Danach werden die Kamerastandpunkte festgelegt, immer in Absprache. Bei einem privaten Bad reichen meist ein bis zwei Perspektiven innerhalb eines Sets an Innenraumvisualisierungen. Bei der öffentlichen Anlage in Bad Oeynhausen waren es fünf Kamerasichten, weil neben Waschbereich und Kabinen auch der Zugang und die Gesamtwirkung gezeigt werden sollten.
Für die Belichtung nutzen wir reale Lichtwerte und, wo verfügbar, die Lichtprofile der Leuchtenhersteller. Das sorgt dafür, dass das Licht im Bild dem entspricht, was später tatsächlich installiert wird.


Wofür Sie eine Badvisualisierung brauchen
Für Bauträger und Makler ist das Bad neben Küche und Wohnbereich der Raum, der über die Kaufentscheidung mitentscheidet. Im Exposé zeigt es, wie gewohnt wird, nicht nur wie groß die Fläche ist.
Für Architekten und öffentliche Auftraggeber macht die Visualisierung die Planung besprechbar. Gremien, Bauherren und Nutzer sehen den Raum, statt ihn aus dem Grundriss ableiten zu müssen. Das verkürzt Abstimmungen spürbar.
Für Sanitärhersteller und Ausstatter entstehen Produktbilder in realer Umgebung, ohne Musterbad und ohne Fotoshooting.


